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Märchen
faszinieren Kinder wie Erwachsene. Die Märchen stammen aus dem mythologischen Zeitalter. Die
frühe Menschheit war hellsichtig mit der übersinnlichen Welt
verbunden und hatte taumhaftes Bilderleben, Die Märchen wurden nicht gedacht sondern geschaut. Diese Hellsichtigkeit lebte wie eine Naturkraft in ihnen und wurden nach geistigen Gesetzmäßigkeiten geschaut. Das Wort Märchen lässt sich in seinem altirischen Stamm auf die Bedeutung groß, berühmt und auf Kunde zurückführen. Noch Luther verwendet in seinem Lied:Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär. Das Wort Mär im Sinne von Kunde Die
morderne Märchenforschung sagt: Dies Mythische gleicht kleinen Stücken eines zersprungen Edelsteins, die auf dem Gras und Blumen überwachsen Boden verstreut liegen und nur von dem schärfer blickenden Auge entdeckt werden.
Die
Märchen reden in einer Bildsprache und haben eine unvergleichliche
Lebendigkeit. Es geht bei den Helden des Märchens nicht um einzelne im Irdischen handelnde Persönlichkeiten, sondern die Handlung zeigt seelische geistige Entwicklungen jedes einzelnen Menschen. Märchen sind innere Schicksale und Entwicklung des einzelen Menschen in Bildern.
Jedes Märchen gleicht einem kleinem Drama, das auf unserer inneren
Bühne spielt.
Märchen sind für Kinder und Erwachsene geistige Nahrung. Ziel ist die Harmonie der Seelenkräfte mit dem höherem Selbst.
Bilder von unbezwingbarem echten Seelenmut, die das Unmögliche wahr werden lassen. Bilder, die uns zeigen, wie die guten u. reinen Seelenkräfte oft nach langen leidvollen Wegen siegen. Die Wirkung baut im Unterbewusstsein wertvolle Engerien auf. Daraus schöpft das Kind wie der Erwachsene Energien und Vertauen in die Zukunft aus dem Unterbewusstsein.
Kinder Das Märchen ist der Zauberspiegel, der die innere Welt des Kindes wiederspiegelt, seine Ängste, Wünsche und Phantasien und zeigt auf welche Entwicklungsschritte zu seiner Reifung notwendig sind.
Märchen sind von großer Bedeutung für die psychologische Entwicklung des Kindes. Das Märchen gibt dem Kind die Möglichkeit die inneren Konflikte, die es in den verschiedenen Phasen seiner seelischen geistigen Entwicklung hat, intuitiv zu erfassen und in der Phantasie auszuleben und zu lösen. Darum nimmt das Kind die Bilder der echten Märchen mit einer verblüffenden Selbstverständlichkeit auf, mit einem Seelenhunger und will die Märchen immer wieder hören. Das Kind projeziert seine inneren Ängste auf die negativen Figuren im Märchen, und identifiziert sich mit den Helden im Märchen welche die bösen Figuren immer besiegen. Wenn die bösen Gestalten im Märchen überwunden werden, erfährt das Kind, dass existenzbedrohende Kräfte besieg werden können. Dabei ist es wichtig, dass der Märchenheld ein gewöhnlicher Mensch, häufig sogar ein zurückgesetztes Kind, mit dem es sich identifizieren kann.
Erklärungen und Deutungen braucht das Kind nicht, es würde vieles zerstören und es verunsichern. Man sollte daher nie mit Kindern Märchen analysieren. Die meisten modernen Kinderbücher verschweigen dem Kind, dass viele Schwierigkeiten im Leben, ihre Ursache in der menschlichen Natur haben, in der Neigung aus Zorn und Angst, unsozial, egoistisch zu handeln. Kinder wissen genau, das sie nicht immer gut sind, und oft wenn sie es sind, nicht sein wollen. Sie fühlen sich deshalb oft mit ihren schlimmen Ängsten,zornigen, chaotischen Phantasien, mit der Angst vor Sexualität, Angst nutzlos, verlassen und ausgestossen zu sein, wie auch den grenzenlosen Bedürfnis geliebt zu werden allein. Das Märchen nimmt die existentiellen Ängste sehr ernst und spricht sie unmittelbar aus. Das
Bedürfnis geliebt zu werden, und die Furcht als nutzlos zu gelten.
Märchen
helfen den Kindern bei der Ausbildung seiner Phantasie Es stellt für das Kind einen sicheren Schutzwall dar, gegen die verzerrenden comic-strips, gegen phantasielähmende Einflüsse von Fernsehen, bei deren Vorführungen das Kind innerlich wie äußerlich in eine unnatürliche Passivität versetzt wird.
Persönliche Erfahrungen aus meiner Praxis mit Kindern
Mein Interesse am Märchen gründet aber nicht allein auf fachlichen Anylysen seiner Vorzüge, sondern aus meiner Erfahrung mit den Kindern die ich in meiner Gruppe im Kindergarten betreuen durfte. Ich habe persönlich erlebt, wie das Märchen dort einsetzt, wo sich das Kind in seiner seelischen und emotionalen Situation befindet.
Im Märchen kommen die schweren, inneren Spannungen des Kindes so zum Ausdruck, dass es diese unbewusst vesteht und Lösungen anbietet. Das Märchen holt das Kind dort ab, wo es sich befindet und führt es weiter.
Ich
habe z.B. eine Geschichte oder Märchen erzählt, dieses dann
anhand eines Puppenspiels vorgespielt. Jeden
Tag freuten sich die Kinder ganz besonders auf die Geschichte oder das
Puppenspiel. Bald
spielten die Kinder selbst Puppenspiele und konnten anhand der Figuren
ihre Probleme verarbeiten. Das Puppenspiel ist therapeutisch für Kinder und ihren Ängsten. Beobachtungen von Kindern im Umgang mit Puppen zeigen deutlich, dass es die Augen sind, die Seelenfenster, die das Kind ansprechen. Auf
der Bühne ist dann alles erlaubt und vor allem auch möglich. Das
unter Minderwertigkeitsgefühlen leidende kleine Mädchen wird
zur schönsten Prinzessin. Tiefe Trauer über den Verlust eines Spielzeugs, oder ein überwältigendes
Ereignis ,kann sich in schwarze Raben verwandeln. Die Symbolsprache der Kinder kann sich voll und ungehindert entfalten die Puppe bietet Schutz vor direktem Zugriff.
Die Möglichkeit der Identifikation wird gegeben durch die Wahl der Puppe, die gerade die richtige für sein Gefühlsleben ist. Um die Probleme zu meistern, muß es verstehen, was in seinen Bewusstsein vorgeht, kann es aber nicht rational, sondern in dem es über die Geschichte nachgrübelt, sie neu zusammensetzt und darüber phantasiert, löst es seine Schwierigkeiten. Existenzielle Probleme Geschwisterrivalitäten, Enttäuschungen, Lösunsung aus der kindlichen Abhängigkeit von den Eltern in die Selbstständigkeit. Erwerben von Selbstbewußstein und Selbstwertgefühl und Pflichtbewusstsein.Soziale Gemütspflege. In dieser Hinsicht haben die Märchen einen unschätzbaren Wert, weil sie der Phantasie des Kindes neue Dimensionen eröffnen, die es sich selbst nicht erschließen könnte. Form und Gestalt der Märchen bieten Kinder Bilder an, nach denen es seinen Leben eine Orientierung geben kann.Das Kind muß in seiner Entwicklung lernen, sich selbst immer besser zu verstehen, dann vermag es auch andere zu verstehen und schließlich befriedigende und sinnvolle Beziehungen mit ihnen herzustellen. Sie sind nur ein bildhafter Ausdruck von Gefühlen und Trieben. Fast
immer richten sich die Übeltäter selbst.
Bei der Strafe im Märchen handelt es sich nicht um Mord an einem
anderen Menschen sondern um das Überwinden bestimmter innerer Triebkräfte. Fuß abschlagen: Mit dem Fuß stehen wir fest auf der Erde. Diese Fähigkeit wird also schlagartig geändert. Man hat nicht mehr Stand- und Spielbein, kann nicht mehr standhalten, wird untüchtig zum Lebenswandel, kann keine Fortschritte mehr machen.
Mit dem Abtöten, dieser Kräfte wird angedeutet, dass eine Entwicklungsstufe erreicht ist, in der sie keine Notwendigkeit mehr darstellen. Was für uns als Strafe erscheint, ist in Wirklichkeit gesetzmäßige konsequente Folge. Wollte man die gerecht Strafe des Bösen weglassen, würde das Gleichgewicht gestört.
Kinder haben dafür ein instinktives richtiges Empfinden, sie atmen auf, wenn das Böse seine Strafe erhalten hat.
In seinem BuchKinder brauchen Märchen vertritt Bruno Bettelheim die Meinung, dass die Strafe, die Bösewichter im Märchen erleiden, geradezu notwendig für die psychische Entwicklung des Kindes sei. Kinder brauchen die Zuordnung zu Gut und Böse und die Ausmerzung des Bösen, um Ordnung in ihrem Innersten herzustellen und persönliche Sicherheit zu gewinnen.
Der Wolf ist böse, Rotkäppchen gut, die Hexe ist böse, Hänsel und Gretel gut.
Es braucht eine moralische Erziehung, die ihm unterschwellig die Vorteile eines moralischen Verhaltens nahebringt, dass ihm das Richtige greifbar vor Augen tritt und deshalb sinnvoll erscheint.Um tiefen Sinn zu finden, muß man fähig werden, die engen Grenzen einer engen egozentrischen Existenz zu überschreiten und darauf zu vertrauen, dass man einen bedeutsamen Beitrag zum Leben leisten wird. Innere
Kraftquellen erschließen, um Gefühle, Phantasie und Intelekt
einander unterstützen und bereichern.
Man kann die Märchen in 3 Gruppen einteilen:
1.Gruppe: Vergangenheit Gegenwart Zukunft menschlicher Grundtatsachen bekannte, einfache Märchen für die jüngsten: Sterntaler, Froschkönig, 7 Geißlein, Frau Holle, Schneewitchen, Dornröschen, Rotkäppchen, Hänsel &Gretel, die Gänsemagd uva. Gemeinsamkeit
der Märchen:
Verlust der Eltern, Verlust eines geschätzten Gegenstandes Verarmung, Ausgestoßenwerden, Erkrankung, todesähnlicher Schlaf. Vertauschung der Vorrangstellung, Verschlungenwerden
Allgemein
bedeutet dies eine verdunkelnde Kraft gewinnt Herrschaft über den
Menschen. Dieser Mensch muß sich frei kämpfen. Mit dem Freiwerden aus der Dunkelheit wird nicht nur der einstige harmonische Zustand wieder herbeigeführt, sondern eine Erhöhung, eine Bereicherung wird erreicht, der Mensch wird erst dadurch in seine eigentliche Bestimmung gesetzt.
2.Gruppe: Beleuchtung gewisser Situationen und Beziehungen zwischen den geistigen und seelischen Entwicklungsstufen.
Das sind z.B. die Schneidermärchen, Däumling, Hans im Glück, die drei Brüder. Diese Märchen sind in einem humorvollen Ton gehalten, der einem die Erzählung lieb werden lässt. Meistens werden die menschlichen Schwächen humorvoll gegeißelt. Die instinktiven Naturkräfte werden in Form von Riesen dargestellt.
3.Gruppe: Helden und Heldinnen nehmen einen mühseligen und leidvollen Weg aus freiem Entschluß auf sich. Immer wieder nehmen sie Anläufe die Aufgaben und Prüfungen zu lösen. Im russichen Märchen von der Babajaga wird Iwan der Held gefragt: Kommst du freiwillig oder aus Zwang.
Einige
Beispiele für Märcheninterpretationen Die Bremer Stadtmusikanten
Vier ausgebrannte Tiere. Ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn. Alle wurden von ihren Herren (die Katze und der Hahn von ihren Frauen) schlecht für ihre treuen Dienste belohnt. Sie sind ausgestoßen und heimatlos. Sie wehren sich gegen einen unnatürlichen Tod, formieren sich zu einer Art Selbsthilfegruppe unter dem Motto:Etwas besseres als den Tod findest du überall Sie kämpfen für den Erhalt ihres Lebens. Sie sind Hoffnungsträger und geben nicht auf. Die Tiere haben in der letzten Lebensphase zu ihrer eigentlichen Bestimmung zurückgefunden, ein Leben in Freiheit und gemäß ihrem Wesen zu führen.
Der
Esel Schon in der griechisch-römischen Antike wurde der Esel mit Sinnlichkeit und Lüsternehit in Verbindung gebracht. Wegen seiner großen sexuellen Potenz und Triebhaftigkeit ordneten die Griechen den Esel dem Gott der Fruchtbarkeit zu.. Da sich für manche Menschen der Sexualtrieb so störrisch wie ein Esel zeigt, weil dieser sich dem Einfluß durch den Willen wiedersetzt, wird der Esel in Beziehung zur männlichen Sexualität gebracht. Obwohl die Beherrschung des Trieblebes erst erlernt werden muß,ist dieses zugleich ein tragendes Element des menschlichen Lebens. Der Esel wird häufig als störrisches Wesen beschrieben, weil er zuweilen die gefordete Arbeitsleistung verweigert.Er hat instinktive Gründe dafür, dass er sich so verhält. Seine Anspruchslosigkeit, Genügsamkeit, Ausdauer sind ihm hoch anzuerkennen. Als er merkt, dass sein Herr ihn aus dem Futter nehmen will, reagiert er sehr wachsam und sensibel, begreift sofort worum es geht, und entwickelt eine Idee, wie er sich diesem ansinnen entziehen kann.Dieses Verhalten zeugt von wachen Sinnen, von Intelligenz und von Flexibilität. Aufgrund dieser Fähigkeiten erweist er sich als die passende Basis für die spätere Tier-Pyramide. Er ist standfest, tragfähig, intelligent und wahrnehmungsfähig.
Der Hund Seine hervorstechendste Eigenschaft ist sein Geruchssinn, die Witterung. So wurde er zum Symbol unseres Spürsinns, wir sagen: Da habe ich einen Riecher gehabt.Er ist ein unterschweliger Instinkt, vielseitig wie die zahlreichen Züchtungen des Hundes. Der gute Hund ist der innere Pfadfinder, der böse Hund der Schnüffler, der das Niedere und Gemeine auswittert. Zynismus (griech.) heißt Hundedenkart. Als Rudeltier hat er akzeptiert vom Menschen angeführt zu werden. In der Mythologie hat der Hund einen gut-bösen Doppelaspekt, denn er gilt als gottlos und unsittlich, aber auf der anderen Seite auch als Seelenträger,der die verirrten Schafe dem göttlichen Hirten zutreiben soll.
Im Märchen ist er ein kameradschaftlicher Begleiter der Gruppe, der alle möchglichen Wege zielsicher findet aufgrund seines ausgeprägten Geruchssinns. Sein gutes Gehör lässt ihn sehr früh anschlagen, wenn Gefahren auftauchen. Er ist ein Warner ein Beschützer für die gefährdeten Tiere. Auf einer anderen Ebene repräsentiert der Hund all das was noch unbewusst bleiben will oder unerwachsen ist, wie z.B. das HündischeSklavische, Unterwürfige im Menschen.
Die
Katze Die Katze ist das einzig weibliche Tier in dieser Gruppe, wodurch ihr eine bestimmte Sonderrolle zukommt. Da die Katze ein ausgesprochen sensibles Tier ist, verkörpert sie die Weiblichkeit im Menschen. Die große Fruchtbarkeit der Katzen und ihre Fähigkeit im dunkeln zu sehen, ließen die Katze als ein Tier erscheinen, das die geheimen Kräfte kennt.
Der
Hahn Symbol der Streitlust und der sexuellen Fruchtbakeit. Er kündigt den neuen Morgen an, wodurch er als Künder des Lichts gilt. Auf symbolischer Ebene auch dafür dass, die Wahrheit ans Licht kommt.Auch im Märchen schreit er so laut, dass er am Gewissen seiner Eigner appelieren will, um am Leben bleiben zu können. Am Ende des Märchens wird durch sein Krähen der abgesandte Räuber verunsichert und hört darin den Richter rufen:Bringt mir den Schelm. In der Tierpyramide der Bremer Stadtmusikanten steht er ganz oben und ist mit seinem Hahnenkamm das gekrönte Haupt der Tiere. Seine erhobene Stellung symbolisiert die Fernsicht und Verteibung der Räuber.
Damit sind die vier Tiere ein Rentnerteam. Sie haben ein gemeinsames Ziel, nämlich dem gewaltsamen, unnatürlichen Tod zu entkommen, indem sie eine neue Lebensphase beginnen. Es fällt auf, dass alle vier Tiere Schwellentiere sind alle representieren den Übergangsbereich vom Diesseits zum Jenseits, von Oberwelt und Unterwelt, von Bewusstsein und Unterbewusstsein Hier im Märchen haben sie die Aufgabe mit dem Bösen fertigzuwerden und es ins Licht und Heilwerden zu verkehren.
Ist der Mensch Herr seiner Triebe und Instinkte, dann stehen im diese Energien zur Verfügung, sie dienen ihm und lassen sich gezielt und zum eigenen Vorteil einsetzen Eigentlich sagt das Märchen aus: Herr in seinem eigenen Haus, sprich Leib zu werden.
Lebens-Philosophie Wenn wir nicht einfach in den Tag hineinleben, sondern uns unserer Existenz voll bewusst sein wollen, ist es unsere größte und schwerste Aufgabe, in unseren Leben einen SINN zu finden. Die Einsicht in den SINN des Lebens erreicht man nicht einfach plötzlich im Alter, Im Gegenteil, das Wissen um das, was der SINN des Lebens sein könnte oder sollte, ist das Zeichen seelischer Reife und das Ergebnis langer Entwicklung. In jedem Lebensalter suchen und brauchen wir einen Sinn und sei es nur ein Teilsinn, der der Entwicklung der Seele und unseres Begriffsvermögens entspricht. Heute ist es die wichtigste Aufgabe der Erziehung, dem Kind dabei zu helfen, einen Sinn im Leben zu finden. In unsere Kultur besteht die Neigung besonders, wenn es um Kinder geht so zu tun, als existiere die dunkle Seite des Menschen nicht. Die Psychoanalyse soll das Leben leicht machen. Freuds Rezept:Nur durch mutiges Kämpfen gegen scheinbar überwältigende Widrigkeiten kann es dem Menschen gelingen, seinen Leben einen SINN abzugewinnen. In fast allen Märchen sind gut und böse in bestimmten Figuren verkörpert so wie Gut und Böse auch im Leben jederzeit gegenwärtig sind und wie der Hang zu beidem in jedem Menschen liegt. Gerade diese Zweiheit verursacht das moralische Problem und erfordert den Kampf um seine Lösung. Das Böse ist nicht ohne Faszination es wird zum Beispiel durch die Kraft des Riesen oder Drachen, der Zauberkunst der Hexe oder die Allwissenheit der Königin in Schneewitchen symbolisiert. Die Gestalten im Märchen sind nicht ambivalent, also nicht gut und böse zugleich wie wir alle es in Wirklichkeit sind. Da aber Polarisierung den kindlichen Geist beherrscht hat sie auch im Märchen Vorrang. Eine Person ist entweder gut oder böse, aber nichts dazwischen. Der eine Bruder ist dumm, der andere klug. Eine Schwester ist tugendhaft und fleißig, die anderen Schwestern verdorben und faul. Eine ist schön die andere ist hässlich.. Mit Doppeldeutigkeiten muß man warten, bis aufgrund positiver Identifikationen eine relativ feste Persönlichkeit entstanden ist. Erst auf dieser Grundlage kann das Kind erkennen, dass große Unterschiede zwischen den Menschen bestehen und dass man sich deshalb entscheiden muß, wem man gleichen will.je einfacher und gerader eine gute Gestalt ist, um so leichter fällt es dem Kind sich mit ihr zu identifizieren. Der
Kern dieser Geschichten ist nicht die Moral, sondern vielmehr die Versicherung
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